Samstag, 31. Dezember 2011

Lebenslänglich lebendig

 

Soft Watch at the Moment of First Explosion    1954 Salvador Dali



Ein Junger, der nicht kämpft und siegt,
hat das Beste seiner Jugend verpasst,
und ein Alter, welcher auf das Geheimnis der Bäche,
die von Gipfeln in Täler rauschen,
nicht zu lauschen versteht,
ist sinnlos, eine geistige Mumie,
welche nichts ist als erstarrte Vergangenheit.
Er steht abseits von seinem Leben,
maschinengleich sich wiederholend
bis zur äußersten Abgedroschenheit.
Was für eine Kultur, die solcher Schattengestalten bedarf!

 C.G. Jung

In diesem Sinne will ich mich bemühen auch im kommenden Jahr, wach - und offen      für Neues, meiner geistigen Mumifizierung entgegenzuwirken.



Samstag, 24. Dezember 2011

Ruhezeit - Zeitzeit




Traumstadt (2005)

Weihnachts .......zeit

Ruhe .................zeit

Kraftschöpf........zeit

Entspannungs....zeit

Besinnungs........zeit

Lebens..............zeit

Be-Denk............zeit

Zeit...................zeit 

                      




Weihnachtszeit  - eine gute Zeit, mir Zeit zu lassen für Dinge, für die die Zeit sonst nicht reicht.......Zeit für Zeit.







Mittwoch, 21. Dezember 2011

LEBENSZEIT Akrostichon



L  E  B  E  N  S  Z  E  I  T
LIEBE            DEN             MOMENT
EHE     ER    ZU   SCHNELL   VORBEI
BLEIB  TREU  DIR   JEDE    SEKUNDE
ERLEBE             IHREN           GLANZ
NUTZE            SIE         SELBSTLOS
SCHNELL  HAST DU ES  VERGESSENN
ZUM       WIE       VIELTEN       MALE
EINE      NEUE       ES     AUCH    GAB
 IM       AUGENBLICK      NUR      LEBE
 TU          ES           JEDES           MAL
L  E  B  E  N  S  Z  E  I  T



Samstag, 17. Dezember 2011

Lebe heute!

"Mysterium"  2009

Jetzt bin ich über 60 Jahre alt und habe nach genauer Lebenszeitberechnung bis jetzt genau 22.214 Tage oder ca. 533.148 Stunden gelebt.

Wenn ich 8 Stunden pro Tag geschlafen habe, heißt das, ich habe davon ganze177.712 Stunden oder 7.405 Tage verschlafen.
 

Nach der aktuell vom Statistischen Bundesamt errechneten Lebenserwartung hätte ich nur noch 14.809 Tage, von denen ich voraussichtlich wieder 118.472 Stunden oder 4.936 Tage verschlafen werde.


Da bleibt nicht viel, oder?


Nun wäre es sicher ein Irrtum anzunehmen, dass ich durch den Verzicht auf Schlaf Lebenszeit gewinnen könnte.


Ich kann versuchen die Zeit, die ich wach erlebe, so gut wie möglich zu nutzen – wenn ich Glück habe, verschafft mir das für die Zeit, die ich verschlafe, auch noch schöne Träume.

Wollte ich mein Leben so erfüllt und befriedigend wie nur möglich leben, würde das bedeuten, jeden Tag so leben, als sei es der letzte.

Die Wahrheit ist nämlich: Ich habe nur diesen einen Tag.

Alles, was ich habe, ist das Heute, dieser Augenblick.

Den sollte ich bewusst leben..... denn in Wirklichkeit weiß ich nicht, wieviele Augenblicke, Stunden, Tage mir danach bleiben. 

Alles andere ist trotz Statistik ungewiss... unberechenbar....





Montag, 12. Dezember 2011

blogger blues

Schon damals, als ich beschloss mein Lebenszeit-Uhr Projekt  blogmäßig zu begleiten und mit twitter facebook und Co. zu verknüpfen, hätte ich ahnen müssen, wie dicht Segen und Fluch der schönen neuen online-Welt beieinander liegen.
Habe ich mich doch letztens tatsächlich dabei  ertappt, wie sich beim Studium meiner Blogger-Statistik Trauer in mein Herz schlich……

Schreckliches war geschehen, die Zahl der täglichen Seitenaufrufe war  aus unerklärlichen Gründen total eingebrochen…..  einfach so.

Da konnte ich auch nicht gegen an-twittern.
Da saß ich nun mit meinem Talent  ……
                                                                                                                                               

Freitag, 9. Dezember 2011

Lebenszeit



Es ist Zeit
 www.piqs.de Foto: Thomas Kapke „Bootssteg am See“ CC Lizenz (BY 2.0)

Sagt die Zeit 

Besinne dich

Ich bin da für dich 
Sagt die Zeit 
Nutze mich

Du hast mein Herz
Sagt die Zeit
Wärme mich

Ich liebe dich
Sagt die Zeit
Meine Zeit ist dein

Vergesse mich
Sagt die Zeit
Mein Atem ist still für Dich


Zögere nicht
Sagt die Zeit
Ich bin kostbar

Lebe mich
Sagt die Zeit
Glück ist Gnade


Sei dankbar

Sagt die Zeit
Ich muss weiter 

Vertraue mir

Sagt die Zeit 
Ich komme zurück   
Mit Lebenszeit...


Reinhard Lehmitz
www.onlinekunst.de




 .

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Zeiterscheinung






 

Menschen,
die Zeit ihres Lebens
keine Zeit haben,
werden am Ende
ihrer Lebenszeit
überrascht sein,
dass sie
kein Leben hatten.

THOMAS SCHUBERT www.textasen.de



Montag, 5. Dezember 2011

Farbige Wegmarkierung 8

.... bin  nach meiner Arbeit im Atelier gefragt worden und danach, wie sich die Arbeit an der Leinwand entwickeln würde.


Ende November 11
Anfang Dezember 11
Der,im ersten Entwurf ins Zentrum der Uhr gesetzte, grob stilisierte Baum verändert sich allmählich. Wie ein Baum wächst und verändert sich 
die Lebenszeit - Uhr.



Es geht also weiter voran .... wobei zu dieser Jahreszeit  die Temperaturen auch im Gartenatelier etwas niedriger sind, als im Sommer .....mit der schlichten Folge, dass die Trocknung der Farbe länger dauert.

Eine gute Zeit, mich in Geduld zu üben.

Die im August parallel begonnene Arbeit an der "Lebenszeit-Uhr 2" (aus genietetem Kupferblech) geht langsamer voran. Ein erstes Uhrwerk ist versuchsweise angebracht aber es fehlt noch ein klares Konzept. Auf alle Fälle wird es "handwerklicher".
Die vorgegebenen groben Materialien der Zweiten Uhr bieten mir vielleicht im Winter die Möglichkeit mich warm zu arbeiten.... 

summa summarum

Sag, wie wär es, alter Schragen,
Wenn du mal die Brille putztest,
Um ein wenig nachzuschlagen,

Wie du deine Zeit benutztest.

Lebenszeit-Uhr November 2011
Oft wohl hätten dich so gerne
Weiche Arme warm gebettet;
Doch du standest kühl von ferne,
Unbewegt, wie angekettet.

Oft wohl kam´s, daß du die schöne
Zeit vergrimmtest und vergrolltest,
Nur weil diese oder jene
Nicht gewollt, so wie du wolltest.

Demnach hast du dich vergebens
Meistenteils herumgetrieben;

Denn die Summe unsres Lebens
Sind die Stunden, wo wir lieben.

Wilhelm Busch

..... na ja, meine Bilanz sähe da doch etwas anders aus.



Montag, 28. November 2011

Zeitzeuge

Nachdem ich getwittert hatte, dass Kunst immer auch politisch sei, wurde angefragt, was es denn mit der erwähnten Arbeit "Patera" auf sich hätte.

Dazu noch einmal Kurz: die Collage "Patera" ist zwischen 2004 und 2008 entstanden. Begonnen auf Teneriffa und nach meiner Rückkehr nach Deutschland auf Eiderstedt fertiggestellt.



In der Arbeit sind unter anderem Teile eines Flüchtlingsbootes verarbeitet, das  damals, von Afrika kommend, mit über 15 Menschen an die felsige Küste unseres Wohnortes gespült wurde.

Die Flüchtlinge, die noch (weg)laufen konnten wurden von der Guardia Civil eingefangen um in ein Auffanglager transportiert zu werden.
Andere lagen verletzt und entkräftet am Straßenrand.

Spätestens, als ich die am Boden liegenden Menschen sah, war mir klar, dass ich mit denen und ihrem Schicksal etwas zu tun hatte.



Seit genau einem Jahr hängt "Patera" als Dauerleihgabe in der St.Peter Kirche in St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt. 

 
In der kommenden Woche bin ich dort wieder eingeladen, mit jungen Menschen über meine Arbeit zu sprechen -und über Menschen in Afrika, die ihr Leben riskieren, weil das Elend in dem sie leben offenbar größer ist, als ihre Angst, bei der waghalsigen Reise in winzigen Booten, das Leben zu verlieren.


Das Bootsflüchtlingsthema mit unzähligen Toten in Atlantik und Mittelmeer ist  immer noch aktuell,  ebenso die grundsätzliche Frage der ungleichen Verteilung der Güter auf der Welt. 
Wichtig für mich, das nicht zu vergessen, wenn ich mal wieder satt und zufrieden über Kunst oder Gott und die Welt nachdenke.



Sonntag, 27. November 2011

Achte gut auf diesen Tag

In einem älteren Post hatte ich geschrieben, dass auf der 24-Stundenanzeige der Lebenszeit-Uhr der Text "Achte gut auf diesen Tag...." zu lesen sei.
Ich habe auf vieles geachtet, nur nicht darauf, ob ich den bekannten Text aus dem Sanskrit auch veröffentlicht habe.....

Hatte ich nicht....  deshalb jetzt.




Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben -
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.
Darum achte gut auf diesen Tag.

Dschela ed-Din Rumi (1207 – 1273)
(aus dem Sanskrit)



Donnerstag, 24. November 2011

Von Zeit und Ewigkeit

Foto Quelle: Winkel "Die Zeit" cc-lizenz(by2.0)

Die Zeit

Stumm wage ich einen zaghaften Blick, hindurch die soliden Mauern der Trübheit,
verweile staunend vor dem Leben,
versuche die Ewigkeit zu ergreifen, welche in Sekunden an mir vorüber fließt.

Lautlos erschrocken blicke ich der Zeit ins Antlitz, Anmut und Schönheit,
vergesse ohnmächtig ihre unbändige Macht, dem Diesseits des Gemäuers scheint sie zu fliehen,
eilt ohne Mitleid an ihm vorbei.

Träumend wache ich, harre schaudernd in freudiger Trauer,
bewundere in Verachtung den flüchtigen Moment der allzu vergänglichen Gegenwart,
gebe mich hin, der verzehrenden Sehnsucht nach Einhalt.

Voller Wehmut flehe ich um Verbrüderung mit der Möglichkeit,
nein, wo selbst ein Sehen kaum erlaubt, kann auch mein Greifen keine Hoffnung bergen,
darf es niemals vereinen was mit dem Winde strebt.

Und doch, die Zeit, des Lebens Ewigkeit, entschlossen muss ich mich mit ihr verbünden,
denn siehe, der Nebel Ebene entweicht sie stets, nicht etwa mir.
Da, jenseits schwebt der Frühling vorbei, mit ihm will ich beginnen.

Montag, 21. November 2011

Von der Schwierigkeit sich von alten Bildern zu lösen.....

Wie schwer es mir gelegentlich fällt, mich von eigenen Vorgaben auf der Leinwand zu trennen - das heißt zu übermalen, ist mir heute im Atelier wieder einmal aufgefallen.

Nach 25 Jahren Arbeit mit Leinwand und Farbe ist das nicht gerade eine neue Erkenntnis. Ich kenne den Zustand.


Bei spontan, ungeplant begonnen Arbeiten, entsteht irgendwann vor meinem inneren Auge (bzw. im Kopf) ein fertiges Bild, das mir Gewissheit gibt,welche Form, welche Farbe auf die vorangegangene zu folgen hat.
Das ist eine Situation, in der die äusseren Umstände, innerer Zustand, Inspiration und verfügbares Material ein Ganzes bilden.
Das funktioniert, solange die Arbeit im Fluss bleibt, nicht unterbrochen wird, bis das "innere Bild" in ein fertiges Bild auf der Leinwand umgesetzt ist.
   
                                                                                                    

Anders bei Arbeiten die umfangreicher sind, länger dauern, immer wieder unterbrochen werden,wie z.B. bei der Lebenszeit-Uhr.

Aktueller Stand
In der Regel gehe ich ohne fertig ausgearbeiteten Entwurf an die Fortsetzung der unterbrochenen Arbeit.
Wenn ich beim Blick auf die angefangene Arbeit am alten "inneren Bild" im Kopf festhalte, obwohl sich Wahrnehmung, Emotionen, äußere Umstände  inzwischen verändert haben, behindert das die Weiterarbeit, die Entwicklung von etwas Neuem.
In solchen Augenblicken der inneren Blockade ist es eine  befreiende Erkenntnis, dass ich über mein Bild, meine Leinwand frei verfügen kann, wenn ich will, bis hin zur Zerstörung.



Was für eine wunderbare Freiheit, Altes einfach übermalen zu können, um zu neuen äußeren und inneren Bildern zu gelangen.

Das gilt für´s Malen ebenso, wie für´s richtige Leben.
Auch da ist es gelegentlich ein Segen, wenn es gelingt, sich von alten inneren Bildern zu lösen - eine andere Sicht auf´s eigene Leben zu gewinnen, um den Weg für Neues frei zu machen.





Samstag, 19. November 2011

Leben vor dem Tod - memento mori 6

Wieder im www eine so genannte "memento mori Uhr" gefunden, die an die Begrenztheit des Lebens erinnern soll.
Gerade heute, an einem grauen November-Samstag vor dem "Totensonntag", wird noch deutlicher, wie wichtig die richtige Interpretation des Endzeit-Hinweises ist. 

Nicht traurig depressives Beklagen des unvermeidlichen Todes ist gefragt, sondern besondere Wertschätzung jeder Minute des Lebens davor.





   Inschrift auf einer
   Sonnenuhr an einer
   Kirche aus dem 
   15. Jahrhundert
   im Lekorne District,
   in Mendionde,
   Pyrénées-Atlantiques, 
   Frankreich:

   Euskara(Baskisch): 
   "HILTZEAZ ORHOIT"     
    = "memento mori"
     sinngemäß: sei eingedenk, daß du sterben mußt

 

                                                     Wenn der Blick bisher häufiger auf die Grenzen und das Ende des Lebens gerichtet war, ist das sicher nur ein (wenn auch nicht unwesentlicher) Aspekt bei der Betrachtung des Lebenszeitverlaufs.....
                                                                                                             ......da aber meine aktuelle Arbeit nicht  Endzeit-, sondern Lebenszeit-Uhr heißt, werden natürlich auch künftig im Rahmen des Projektes alle Bereiche des Lebens aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet - und zwar sehr lebendig und sehr farbig.

Morgen geht es wieder ins Atelier.... und in absehbarer Zeit gibt es auch mal wieder eine Zwischenmeldung über den weiteren Verlauf der Arbeit an der Lebenszeit-Uhr.

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