Freitag, 30. September 2011

memento mori 4 - Die Kunst, das Thema Tod lebendig zu beschreiben

Wieder mal ein Fundstück zum Thema "memento mori - sei eingedenk, daß du sterben wirst"

Moderne "Memento mori Uhr" by Jones / Quelle

 
Also ich glaube, bei aller Bereitschaft mich mit dem Thema der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, wäre das keine Armbanduhr für mich.... 
Brauche ich ja auch nicht, bin ja schließlich dabei meine eigene "Memento mori-Uhr"
zu entwickeln.                                                                    
                                                                                                                                  Nun lässt sich meine große Lebenszeit-Uhr natürlich nicht mit dieser kleinen Uhr 
vergleichen .....                                                                       
allerdings wird mir bei Betrachtung dieser Armbanduhr von Jones noch einmal deutlich, 
daß in meiner Arbeit nicht das Lebensende sondern das Leben betont wird und im 
Vordergrund stehen soll                                                                                 
Eben eine lebensfrohe sinnliche Auseinandersetzung mit dem prallen Leben, das nunmal zwangsläufig mit dem  Tod als Endpunkt verbunden ist.

Auf dem großen Zifferblatt meiner Lebenszeit-Uhr gibt es 100 Markierungen für jeweils 
ein Lebensjahr. - Das heißt, die Markierung für das Jahr in dem das Leben enden wird
ist nur eine von ganz vielen - für Jahre die gut gelebt werden wollen.


.



Mittwoch, 28. September 2011

Der Geruch von Farbe

Nach so viel handwerklicher Arbeit und Tüftelei sehne ich mich nach dem Geruch von Farbe und Verdünnung.

Die Gestaltung des 24-Stunden und 12-Monats Zifferblattes ist so weit, daß ich die jetzige Form erstmal als Zwischenergebnis so stehenlassen kann.                      
                                   

Ab morgen wird wieder mit Farbe an der Leinwand gearbeitet.....
...zumindest habe ich mir das vorgenommen.                        

Letztendlich aber fällt die Entscheidung darüber, was der nächsten Schritt sein wird, erst in dem Augenblick, in dem ich wieder vor der Staffelei stehe.

Das ist wie im richtigen Leben - nicht alles ist planbar und vorhersehbar....

Ich lasse mir Zeit,treibe die Arbeit an dem Projekt nicht künstlich voran, sondern lasse mich überraschen von dem was als nächstes auf mich zukommt.

Den Ablauf und das Tempo bestimme nicht ich - sondern die Lebenszeit-Uhr.



.

Mittwoch, 21. September 2011

Die Kunst der kleinen Schritte

Erst kürzlich habe ich auf die Frage nach meiner Arbeitweise geantwortet, ich würde nicht zum kleinen Muster neigen.....
Gemeint war damit, daß in der Regel bei meinen Bildern  spontaner, schneller, großflächiger Farbauftrag  eine größere Rolle spielt, als der feine Pinselstrich.

Bei der auf ein Jahr angelegten Arbeit an der Lebenszeit-Uhr stellt sich das, bedingt durch die Vielfalt der zu bewältigenden Aufgaben, anders dar.


Momentan ist wieder einmal die Malerei in den Hintergrund getreten.

Bei der handwerklichen Gestaltung der Anzeige für das 12-Monatszifferblatt mit Acrylglas und feinem Messingblech fallen viele kleinteilige Arbeitsgänge an.

Dabei ist noch nicht einmal klar, ob es letztendlich bei den jetzt erprobten Materialien  und Formen bleiben wird.

Wie in meiner Malerei begebe ich mich
ergebnisoffen in den Schaffensprozess.
 
Nur soviel konzeptionelle Vorgaben wie nötig, um die Funktion der Arbeit zu gewährleisten.....  

























Erste Versuche.........












....mit ungewohnten Materialien


Ein Nebeneffekt dieser Arbeit ist, daß ich die Chance habe zu lernen, wie verletztlich feines Messingblech - wie zäh und doch zerbrechlich Acrylglas ist.

Das Entwickeln der Arbeit in den für mich ungewohnt kleinen Schritten weist zum einen darauf hin, daß der Zeitfaktor beim Arbeiten an der Lebenszeit-Uhr kurioserweise eine untergeordnete Rolle spielen sollte.... 
....zum andern biete sich mir durch diese Arbeitsweise eine gute Möglichkeit mich immer wieder in Gelassenheit zu üben. 

.

Montag, 19. September 2011

memento mori 3

Laut Wikipedia  "...entstammt der Ausdruck Memento mori  dem mittelalterlichen Mönchslatein , wo er vermutlich verballhornt wurde aus Memento moriendum esse, also:
 
Sei eingedenk, dass du sterben musst......

 
mourning watch,  1780    Foto: www.oobject.com

Na dann werde ich mal schnell wieder ins Atelier an die Arbeit gehen... bevor es zu spät ist....
Die Arbeit an der 12-Monatsanzeige hat begonnen - erste Ideen sind versuchsweise umgesetzt - es geht wieder voran!


.

Donnerstag, 15. September 2011

Frösche im Atelier


Nachdem kürzlich schon ein Igel in meinem Gartenatelier Zuflucht gesucht hatte,fingen jetzt einige Frösche an, sich an meinem Arbeitsplatz häuslich einzurichten.
 
Ein untrügliches Zeichen dafür, dass
der Dauerregen der letzten Zeit dafür sorgte, dass sich mein Atelier so langsam in ein Feuchtbiotop verwandelte......



Nun habe ich nichts gegen Tiere -
schon garnicht gegen kleine niedliche Frösche......

...allerdings trieb mich die Sorge um, dass sich meine Bilder bei der hohen Luftfeuchtigkeit nicht ganz so wohlfühlen könnten, wie die kleinen tierischen Untermieter.




Also wurden die Frösche (es waren 4!) in den Garten umgesiedelt, das Atelier ungeräumt und die ohnehin schon länger geplante Abdichtung des Atelierbodens in Angriff genommen.....

Also erstmal wieder Unterbrechung der Arbeit an der Lebenszeit-Uhr, Chaos, Schmutz und auf den Knien am Boden arbeitend mal wieder Besinnung auf das Wesentliche.

Heute ist der Boden dicht und trocken, alles wieder an seinem Platz.
Jetzt steht noch eine Kurzreise an, dann kann es zum Glück wieder losgehen.

                                                  


Inzwischen ist Messingblech für die Monats-Uhr Anzeige geliefert worden.  

Ähnlich wie bei der Tages-Uhr wird es dort keinen Zeiger geben.                       Stattdessen soll eine Scheibe aus Acrylglas und Messing den Jahresverlauf anzeigen. 

Am Montag geht es endlich mit dieser spannenden Arbeit weiter.  

.


Mittwoch, 7. September 2011

Nicht die Zeit vergeht .......... wir vergehen in der Zeit

Zurück von einer Kurzeise nach und durch Berlin und Brandenburg, geht es wieder an die Arbeit - Gut zur Einstimmung Gedanken über die Zeit von Paul Fleming.......


Die Zeit ist, was ihr seyd
Gedancken über der Zeit

Ihr lebet in der Zeit

und kennt doch keine Zeit
So wisst Ihr Menschen nicht
von und in was Ihr seyd.


Quelle: www.onlinekunst.de
Diß wisst Ihr daß ihr seyd
in einer Zeit gebohren.
Und daß ihr werdet auch
in einer Zeit verlohren.


Was aber war die Zeit
die euch in sich gebracht?
Und was wird diese seyn
die euch zu nichts mehr macht?


Die Zeit ist was und nichts.
Der Mensch in gleichem Falle.
Doch was dasselbe was
und nichts sey zweifeln alle.

Die Zeit die stirbt in sich
und zeucht sich auch aus sich.
Diß kommt aus mir und dir
von dem du bist und ich.

Der Mensch ist in der Zeit;
sie ist in ihm ingleichen.
Doch aber muß der Mensch
wenn sie noch bleibet weichen.

Die Zeit ist was ihr seyd
und ihr seyd was die Zeit
Nur daß ihr wenger noch
als was die Zeit ist seyd.

Ach daß doch jene Zeit
die ohne Zeit ist kähme
Und uns aus dieser Zeit
in ihre Zeiten nähme.

Und aus uns selbsten uns
daß wir gleich köndten seyn
Wie der itzt jener Zeit
die keine Zeit geht ein.       
                                  
Paul Fleming (1609-1640)


.