Mittwoch, 29. Februar 2012

Der Stand der Dinge......

Nachdem ich  jetzt schon mehrmals gefragt wurde, wie es mit der Arbeit an der Lebenszeit-Uhr voranginge, eine kurze Zwischenmeldung von der "Baustelle".

Ich hatte  im Januar schon einmal berichtet, daß ich die Lebenszeit-Uhr und andere Bilder aus meinem Gartenatelier evakuieren musste, um sie vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen.


Während die Uhr, nach einigen technischen Veränderungen, im warmen und trockenen Ausweichquartier probeläuft und ich mich lange genug mit der Dichtkunst auseinander gesetzt habe, bin ich jetzt gefordert mich mit so praktischen  Dingen wie der (Ab)Dichtung des Atelierdaches zu befassen.... das ist auch eine Kunst.
Ich denke, danach werde ich wieder frei sein, um mich an die Weiterentwicklung der Lebenszeit-Uhr zu machen.

Eine Kurze Reise nach Mallorca steht auch wieder bevor, außerdem bald die Vorbereitung einer Ausstellung im "Stadtatelier Lüth" in Tönning.(2.Juni 3 Wochen)

Also es geht voran mit der Kunst, der Dichtkunst und der Abdichtkunst....


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Dienstag, 21. Februar 2012

"Reisewecker" memento mori 7

Es wird Zeit, die Serie der so genannten "memento mori -Uhren" endlich weiter fortzusetzen.
Heute mutet dieses aus dem 19. Jahrhundert stammende Internet-Fundstück, das an die Begrenztheit des menschlichen Seins erinnern sollte, schon etwas skurril an.

Laut Wikipedia  "...entstammt ja der Ausdruck Memento mori  dem mittelalterlichen Mönchslatein , wo er vermutlich verballhornt wurde aus Memento moriendum esse, sinngemäß übersetzt also:
 
Sei eingedenk, dass du sterben musst......

Wecker, auf Sargmodell montiert, vermutlich England, 1840-1900     Science Museum London











Wenn dieser Wecker morgens läutet, ist doch gleich für einen fröhlichen Start in den neuen Tag gesorgt.....schließlich kann man ja, solange man noch wach wird, davon ausgehen, daß das letzte Stündlein offenbar noch nicht geschlagen hat... 

Ein guter Grund die Zeit, die ich habe, zu nutzen und jeden Augenblick mit wachen Sinnen zu genießen - schließlich bin ich in der Zeit und in dieser Welt nur auf der Durchreise....... und ich weiß nie, wann dieser Reisewecker mich das letzte mal weckt.





Montag, 6. Februar 2012

Die Lebenszeit

Brüder Grimm  1840
Als Gott die Welt geschaffen hatte, und allen Creaturen ihre Lebenszeit bestimmen wollte, kam der Esel, und fragte „Herr, wie lange soll ich leben?“ „Dreißig Jahre“ antwortete Gott. „Herr,“ sprach der Esel, „das ist eine lange Zeit, bedenke mein mühseliges Dasein: von Morgen bis in die Nacht schwere Lasten schleppen, Kornsäcke in die Mühle tragen, damit andere das Brot essen, mit nichts als mit Schlägen und Fußtritten ermuntert und aufgefrischt zu werden! erlaß mir einen Theil der langen Zeit.“ Da erbarmte sich Gott, und schenkte ihm achtzehen Jahre. 
Darauf kam der Hund; auch er jammerte über die dreißig Jahre, und bat Gott ihm die Zeit zu kürzen. „Habe ich erst die Zähne verloren,“ sprach er, „und kann nicht mehr beißen, so achtet niemand mehr auf mich. Was bleibt mir übrig als aus einer Ecke in die andere zu laufen und zu knurren?“ Der Herr erließ ihm zwölf Jahre.
Der dritte der kam, war der Narr. Auch er sollte, wie die andern, dreißig Jahre leben. „O Herr,“ sprach er, „warum soll ich so lange kindisches und dummes Zeug reden? Die Leute werdens schon früher müde, und lachen am Ende nicht mehr darüber.“ Gott war gnädig, und schenkte ihm zehn Jahre.

Endlich erschien der Mensch, war freudig, gesund und frisch, und bat Gott ihm seine Zeit zu bestimmen. „Dreißig Jahre“ sagte der Herr. „Welch eine kurze Zeit!“ sprach der Mensch, „wenn ich mein Haus gebaut habe, und das Feuer auf meinem eigenen Herde brennt, wenn ich Bäume gepflanzt habe, die blühen und Früchte tragen, und meines Lebens froh zu werden gedenke, so soll ich sterben! o Herr, verlängere mir meine Zeit.“ Gott gewährte seine Bitte, und legte ihm vierzig Jahre zu, die er dem Esel dem Hund und dem Narren abgenommen hatte.

Also lebte der Mensch siebenzig Jahre: dreißig gehen schnell dahin, und er ist gesund, heiter, arbeitet mit Lust, und freut sich seines Daseins.
Hierauf folgen die achtzehen Jahre des Esels, da wird ihm eine Last nach der andern aufgelegt, er muß das Korn tragen, das andere nährt, und Schläge und Tritte sind der Lohn seiner treuen Dienste. 
Dann kommen die zwölf Jahre des Hundes, da liegt er in den Ecken, und knurrt, und hat keine Zähne mehr zum beißen. 
Und wenn diese Zeit vorüber ist, so machen die zehn Jahre des Narren den Beschluß. Da ist der Mensch schwachköpfig, und wird ein Spott der Kinder.




Mittwoch, 1. Februar 2012

...über Zeit und Mangel......


Foto:   www.theo-windges.de /Zyklus "Die Zeit"


Bei dem Versuch mir ein kleines Zeit-Vorratslager anzulegen,
um späterem Zeitmangel  vorzubeugen, scheiterte ich schon
bei der Suche nach geeigneten Lagermöglichkeiten.

Offenbar ist die  Zeit kein verfügbares Gut,  dass ich erwerben
und festhalten  kann, oder ansammeln wie Rabattmarken -
Sie ist nichts, von dem der eine mehr hat, der andere weniger.
Wir haben und besitzen keine Zeit - wir bewegen uns in der Zeit.
Ein Monat ist ein Monat.  Eine Woche dauert eine Woche.
Für jeden hat der Tag 24 Stunden,  jede Stunde 60 Minuten.
Eine Wunderbare Gleichheit - beginnend im  Augenblick der Geburt,
nur begrenzt,  durch den ungewissen Zeitpunkt des Todes.

Wenn mir aber Tag für Tag 24 Stunden zur Verfügung stehen,
ist  nicht der Mangel an Zeit das Problem.
Die Frage ist eher,  woran es mir in dieser Zeit mangelt ………
…… um es mit einem Zitat von Joseph Joubert auszudrücken:
„Du kannst dein Leben
weder verlängern,
noch verbreitern,
nur vertiefen.