Montag, 30. Dezember 2013

Auch dieses Jahr....vergänglich

Jetzt bloß kein Jahresrückblick.......
eher eine Vorschau -  im kommenden Jahr werde ich an dieser Stelle wieder regelmäßiger über die Entwicklung der dritten Lebenszeit-Uhr schreiben... über Bleibendes und Vergängliches.



Passend dazu bin ich wieder auf Fotos gestoßen, die ich im Jahr 2012 während einer Ausstellung in der Strandkorbhalle in   Sankt  Peter-Ording gemacht habe.

Besucher/innen hatten ihre Spuren im Sand hinterlassen, der dem Boden des Ausstellungsortes bedeckte.
 



  

          Wünsche
       allen
       ein
       gutes
       Jahr
       2014



                                   

        


Versuch einer Standortbestimmung

Im Tönninger Stadtatelier sprach mich kürzlich ein freundlicher Mensch an, um mir zu sagen dass für ihn das eine große Bild "vom Gefühl her eigentlich anders herum hängen müsste...."   Für mich stimmt das Bild so, wie es hängt.

Ein potentieller Erwerber könnte das Bild sicher auch anders herum hängen und es würde dann ebenfalls so stimmen - für ihn...

Vielleicht werde ich irgendwann beginnen, meine Bilder an allen vier Seiten zu signieren um so allen Sichtweisen gerecht zu werden.


Oben ist wie unten ist wie oben ist wie unten
unten ist unten und oben ist oben
Wenn oben wie unten ist,
ist unten oben
oben unten
 ist  wie
wie?
?




Donnerstag, 21. November 2013

Die Farben der Frau E.


Bei der Gestaltung der ersten beiden Lebenszeit-Uhren habe ich mich, bei aller Unterschiedlichkeit der Material- und Ausdrucksform vorrangig  mit Ablauf, Begrenztheit und Wertschätzung der Lebenszeit befasst. 

Während in der erste Arbeit das Thema noch vordergründiger, plakativer behandelt ist, spielte in der zweiten Uhr das Symbolhafte eine größere Rolle. 
Die Arbeit wirkt für sich, allein durch die Wahl der Materialien und deren Bearbeitung. 

Für die nächste Lebenszeit-Uhr gibt es den Arbeitstitel "Die Farben der Frau E."
In der dritten Arbeit der Serie will ich mich weniger mit dem Ablauf der Zeit befassen , mehr mit Inhalten und Werten.

Schwerpunktmäßig wird es darum gehen, daß Dinge die in bestimmten Zeiten von herausragender Bedeutung sind, in nachfolgenden Lebensphasen möglicherweise an Wichtigkeit verlieren, um letztlich in der Mülltonne des Vergessens zu landen. 


Wie es zu dem Arbeitstitel kam:

Während meiner Zeit in der Bilderwerkstatt Garding besuchte mich regelmäßig der Vermieter der Räume, der gleichzeitig in einem Seniorenheim in Garding arbeitete.         Unter anderem erzählte er von einer Heimbewohnerin, einer Frau E., die auch Malerin sei, aber wegen ihrer Gebrechlichkeit nicht mehr malen könnte... 

Eines Tages kam er mit einem Karton voller Fläschchen und kleiner Dosen mit Farbpigmenten - alles fein beschriftet und geordnet von besagter Frau E., die nun ins Pflegeheim verlegt wurde. Zuletzt hatte sie sich offenbar mit Porzellanmalerei befasst.
"Die Frau kann es nicht mehr gebrauchen, wäre doch zu schade die Sachen einfach in die Mülltonne zu werfen. Vielleicht können sie etwas damit anfangen..."

So kam ich nun zu den Farbbehältnissen einer ehemals malenden Frau, die ich noch nicht einmal kannte.                                                                                                                 
Malmittel, Farbpigmente, die in Glasröhrchen, kleinen Flaschen und Pillendosen, sorgsam geordnet, beschriftet, gehütet und aufbewahrt - bis die Zeit kam, daß Andere über die Frau und die ihr einst wichtigen Dinge entschieden.  

Jetzt werde ich Zeit mit diesen Dingen verbringen, etwas damit anfangen, sie in der dritten Lebenszeit-Uhr verarbeiten. 
Erste Ideen sind da, von einer Lebenszeit-Uhr in Form einer Gebetsmühle....


 


Montag, 4. November 2013

Klein aber fein

......ist die Ausstellung mit einer Auswahl eher kleinformatiger Bilder, die  im Treffpunkt Oldenswort eröffnet wurde.

Trotz der überschaubaren Zahl der Besucher, die sich zur Vernisage am 27.10. eingefunden hatten, war ich zufrieden.

Es war doch ein sehr lebendiger Auftakt der Ausstellung , die noch bis zum 29. November in der Dorfstraße 31 in Oldenswort auf Eiderstedt geöffnet ist.

Nachdem die gröbsten Orkanschäden rund ums Gartenatelier beseitigt sind, ist Zeit für eine kurze Erholungspause auf Mallorca.
Folgt noch eine Verkaufsaustellung des Husumer Kunstvereins am 7./8. Dezember im Husumer Speicher und dann ist es auch gut für dieses Jahr, das für mich in künstlerischer und gesundheitlicher Hinsicht nicht gerade langweilig verlaufen ist. 

Über die Entwicklung der dritten Lebenszeit-Uhr (Arbeitstitel - Die Farben der Frau E.) werde ich in Kürze an dieser Stelle ausführlich schreiben.





 

Montag, 21. Oktober 2013

Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik...


Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik;
Zu nah beschaut, verwirrt es nur den Blick;
Willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn,
So musst du's, Freund, aus rechter Ferne sehn.
 Emanuel Geibel (1815-1884)



Ach hätten sich doch alle Betrachter der 2. Lebenszeit-Uhr im Husumer Rathaus an der Sichtweise Geibels orientiert...
Stattdessen wurde die Arbeit von einigen Rathausbesuchern offenbar aus direkter Nähe betrachtet, um sie im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.


Die Folge waren zwei erforderliche Reparaturen an Pendel und Zeiger, die Abschaltung des elektrischen Antriebs..... und für mich die Erkenntnis, daß die Aufstellung eines Objektes mit beweglichen Elementen im öffentlichen Raum nicht immer unproblematisch ist. 
Daß die Rathausverwaltung jetzt darauf drängt, daß die Uhr nachträglich mit einer Filzunterlage versehen wird, um Kratz- oder Druckspuren im Fußboden zu verhindern unterstreicht nur noch einmal die Tatsache, daß sich Kunst auch im alltäglichen Leben bewähren muß.

Insofern steht die Uhr im Husumer Rathaus genau richtig, mitten im Leben, mit all seinen Herausforderungen. 
Sie wird dort noch bis zum 29. November zu sehen sein, und danach wieder beweglich und in Aktion im Stadtatelier in Tönning.

 


Sonntag, 6. Oktober 2013

Lebenszeit-Uhr 2 im Husumer Rathaus

Nach kurzer Zwischenstation im Tönninger Stadtatelier ist die "Lebenszeit-Uhr 2" jetzt mit Eröffnung der Ausstellung des Husumer Kunstvereins im Husumer Rathaus erstmals öffentlich zu sehen. 


Obwohl sich insgesamt der Besucherandrang am heutigen Eröffnungstag der Ausstellung noch in Grenzen hielt, waren das Interesse an dem Objekt überraschend groß.



Es gab viele Nachfragen und spannende Gespräche, die weit über formal künstlerische Fragen hinaus gingen.




Gespräche unter anderem über die Frage, welche Symbolik  einzelne Elementen der Uhr beinhalten, boten viel Raum für unterschiedlichste Interpretationen... 







Bis zum 29. November dauert die Ausstellung, in der dreißig Künstler/innen des Husumer Kunstvereins ausgewählte Arbeiten präsentieren.

Außer der Lebenszeit-Uhr2, sind von mir noch vier neuere Bilder auf Leinwand zu sehen..










Freitag, 13. September 2013

Lebenszeit-Uhr in Husum

Im Rahmen der am 6. Oktober beginnenden Ausstellung des Husumer Kunstvereins  wird unter anderem auch die "Lebenszeit-Uhr 2" zum ersten Mal öffentlich zu sehen sein.

Auf der Ausstellung, in der Künstler des Vereins ihre Arbeiten im Husumer Rathaus präsentieren, werde ich darüber hinaus mit vier Bildern aus jüngerer Zeit vertreten sein.


Um die Uhr zum Leben zu erwecken wird eigentlich ein Stromanschluss benötigt, der an dem vorgesehenen Aufstellungsort im zweiten Stock des Rathauses nicht vorhanden ist.

Wie im richtigen Leben gilt es also wieder mal, nach einem geeigneten, möglichst einfachen Weg zur Problemlösung zu suchen  .

Da Uhrwerk und Pendel nicht sehr viel Energie benötigen, bin ich zuversichtlich, daß sich diese technische Schwierigkeit für die Zeit der Ausstellung mit Energie aus einem Akku beheben lässt.
Ich werde über die Umsetzung berichten.








Donnerstag, 15. August 2013

Ein Traum

Es gab inzwischen mehrere Anfragen, ob es für die dritte Lebenszeit-Uhr zumindest schon ein Konzept gibt.

Passend zum Thema kann ich nur sagen, die Zeit ist noch nicht reif.
Es gibt mehrere Ideen, die reichen von gemalter Arbeit auf Leinwand, über eine plastische Arbeit, die (Wanduhr gleich) gehängt werden kann, bis zu freistehenden Objekten.
Also, ein entscheidender Teil der Arbeit, d.h. die Auseinandersetzung mit dem Thema im Vorfeld der konkreten Umsetzung, ist in vollem Gange.
Es bleibt noch viel Zeit, bis zum Sommer 2014, dem mir selbst gesetzten Fertigstellungstermin.

Währenddessen arbeite ich in letzter Zeit intensiv im Atelier an mehreren Bildern. 
Die Eiderstedter Kultursaison steht an, Arbeiten für die Herbstausstellung im Husumer Rathaus sind eingereicht, das Stadtatelier in der Neustr.8 in Tönning ist gut besucht..... es gibt keine lange Weile.



"Tief-Blau" 2009   (40x50cm / Öl Lwd.)



Ein Traum ...


Ein Traum, ein Traum ist unser Leben
Auf Erden hier.
Wie Schatten auf den Wogen schweben
Und schwinden wir
Und messen unsre trägen Tritte
Nach Raum und Zeit;
Und sind (und wissen's nicht) in Mitte

Der Ewigkeit.

Johann Gottfried Herder (1744-1803)

Mittwoch, 7. August 2013

Kultursaison

Alles hat seine Zeit, auch die Eiderstedter Kultursaison 2013, die am 23.August mit einer Auftakt-Veranstaltung im alten Rathaus in Garding startet.



Im Rahmen der Eiderstedter Kultursaison 2013  können Interessierte auf täglichen Touren per Auto, mit Fahrrad oder zu Fuß wieder zehn Tage lang die kulturellen Besonderheiten der Halbinsel entdecken.

Eine Reihe zusätzlicher Veranstaltungen gehört auch wieder zum Programm.

Am Montag den 26.8.führt der "Tönninger Stadtrundgang" zu historischen Kulturpunkten in der Stadt, aber auch in einige Ateliers und Werkstätten Tönninger Künstler/innen. 
Ein Besuch bei mir im Stadtatelier in der Neustraße 8 gehört natürlich auch dazu.




Freitag, 28. Juni 2013

Geisterstunde


Die Rückmeldungen nach Abschluss der Arbeiten an der zweiten Lebenszeit-Uhr waren überwiegend positiv.

Jetzt ist Zeit wieder mit Farbe zu arbeiten, ein guter Einstieg ist die Fortsetzung der Serie kleinformatiger Arbeiten mit dem Titel:
 


HAUSGEISTER    oder   GUTE GEISTER



Die ersten Arbeiten der Serie  entstanden unter dem Titel „espíritus buenos  Anfang der neunziger Jahre auf Teneriffa.


Die Fantasiegestalten, entstehen intuitiv, gemalt auf Leinwand, Holz oder Stein, meist goldfarben auf dunklem Grund.

Jedes Exemplar, auch das kleinste,  ist ein Unikat.

Die kleinen, an Höhlenmalerei erinnernden Arbeiten heißen „Gute Geister“,  weil sie  grundsätzlich in angenehm, entspannter Atmosphäre entstehen, so dass überwiegend positive Energie in den Schaffensprozess  einfließt. 
 
 

Die auf den Kanarischen Inseln begonnene Serie wird jetzt nach sechs Jahren auf  Eiderstedt fortgesetzt.




Nach der zeitweise auch körperlich  anstrengenden Arbeit an einem großen Objekt wie der Lebenszeit-Uhr sind entspannte "Fingerübungen" mit Farben auf kleinen und kleinsten Leinwänden die reinste Erholung.
 
 "Gute Geister"im Klein- und Kleinstformat sind jetzt auch im Stadtatelier Tönning zu sehen.


 

Mittwoch, 19. Juni 2013

Es ist vollbracht

Die Lebenszeit-Uhr 2 ist fertiggestellt.
Wie bei der ersten Uhr hat sich die Arbeit etwa über ein Jahr erstreckt.

Die Lebenszeit-Uhr2 unterscheidet sich wesentlich von der ersten Arbeit dieser Reihe. 
Zwar bilden auch hier die künstlerischen uns technischen Elemente eine Einheit, allerdings habe ich diesmal bewusst auf Farbigkeit und die konkrete Anzeige verflossener Lebenszeit verzichtet.

Aus einer Verbindung von alten Fachwerkbalken, massiven Kupferblechen, Holz,Knochen, Federn und Technik entstand ein frei im Raum stehendes Objekt, (2,10 X 1,65 X 0,73m) dessen bewegliche Elemente lediglich den Lauf der Zeit symbolisieren, ohne die Zeit konkret zu messen und anzuzeigen.

      
video 
Video in besserer Qualität auf www.rainer-lischeski.net / Lebenszeit-Uhr


Die langsame Bewegung des Ziegenschädel-Pendels korrespondiert mit der Kreisbewegung des einzigen Zeigers, der aus Krähenfedern besteht.                         Während die Federn des Zeigers auf das Element Luft verweisen, sorgen die Baumabschnitte als Teil des Sockels für Erdung.

Verbunden werden diese seitlichen Sockelteile durch getriebene und grob verlötete Kupferbleche, die an einen gepflasterten Weg erinnern.

Die massiven Eichenbalken die den zentralen Kupferkorpus tragen und an Spitzen starke Spuren von Verrottung zeigen, symbolisieren einerseits Stärke, andererseits deren Begrenztheit und Verfall.  

Soweit der Versuch einer kurze Beschreibung der Arbeit.                                          Das Projekt wird fortgesetzt, d.h. es wird innerhalb eines Jahres die dritte Lebenszeit-Uhr geben. 



Samstag, 1. Juni 2013

Es ist gut so wie es ist

Die Arbeit an der Lebenszeit-Uhr 2 kommt in eine letzte, entscheidende Phase.


Wie in jedem künstlerischen Prozess ist ein Punkt erreicht, wo jedes Hinzufügen weiterer Elemente das jetzt Erreichte zerstören würde. Es ist gut so wie es ist.
Die Funktionen von Uhr und Pendel sind erprobt und in Ordnung.

Wie im richtigen Leben ist es jetzt sinnvoll, das einmal erreichte, scheinbar fertige, in seine Einzelteile zu zerlegen, um es zu begreifen und
dann endgültig stabiler und sicher wieder aufzubauen.
Die Baumelemente und das aus Kupferblechen gefertigte Mittelteil des Sockels werden jetzt fest verbunden. Der Korpus aus Kupferblech  hängt während dieser Arbeit am Montageseil im Atelier. Neben Stabilität und Standfestigkeit soll eine Erleichterung bei Transport und Aufstellung an anderen Orten erreicht werden.
Alles ist auf einem guten Weg - die Lebenszeit-Uhr 2 wird, trotz Krankheitsbedingter Unterbrechungen, wie geplant noch in diesem Monat fertiggestellt.








 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Zum entspannten Umgang mit Sanduhren



Ach!

Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
ruf ich geschwind: Herein!

Woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd’n das Kind schon schaukeln —
na, das wäre ja gelacht!

Interessant so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach – und das ist Ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von Ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen Sie die jetzt zurück?                             
Gibts die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall’nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
— ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
Geht in Ordnung! Bin schon

Robert Gernhardt
Aus: Lichte Gedichte

Montag, 27. Mai 2013

Zwischenstand

Die Lebenszeit-Uhr 2 hat jetzt einen zentralen Zeiger bekommen.

Gestaltet aus Metall und  Krähenferdern symbolisiert er den Lauf der Zeit. - 

In der, anders als hier in der Bildanimation, ruhig und gleichmäßig verlaufenden Kreisbewegung, verweist der Zeiger auf den sich ständig wiederholenden Lebenskreislauf.  
Die verarbeiteten Krähenfedern stellen, an dem ansonsten stark erdverbundenen Objekt, eine Verbindung zum Element Luft her.

So langsam wird klarer, in welche Richtung sich die Arbeit entwickelt.
Ein guter Zwischenstand ist erreicht.


Es sind noch etliche  Schritte bei der künstlerischen und technischen Umsetzung zu machen.... es geht voran.






Freitag, 24. Mai 2013

Von Luxusproblemen, Leben und Tod

Zur Zeit bin ich am Kupferkorpus der Lebenszeit-Uhr 2 dabei, blank glänzende Stellen zu patinieren.

Während ich mich bemühe, den Alterungsprozess am Material der Uhr künstlich zu beschleunigen wird mir im Zusammenhang mit dem Thema Lebenszeit wieder einmal klar, mit welchen Luxusproblemen ich mich auseinander zu setzen habe - hier in Deutschland, satt und zufrieden , durchschnittliche Lebenserwartung männlich ca. 77,5  - weiblich 82,5 Jahre.



Weltkarte, auf der die Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt in den UN-Mitgliedsstaaten farblich dargestellt wird (2006).Quelle Wikipedia


 


Hauptgrund für die geringe Lebenserwartung in den südlichen afrikanischen Ländern ist unter anderem die Verbreitung von HIV/AIDS (bei Erwachsenen zwischen 10% und fast 40%).                   Die Lebenserwartung in Swasiland, mit der höchste HIV-Rate der Welt, war von über 55 Jahren in den Achtzigerjahren auf 32 Jahre gefallen - 2015 stieg sie wieder auf 51,5 Jahre an. Zur gleichen Zeit war im Afrikanischen Land Tschad mit 49,8 Jahren die niedrigste Lebenserwartung zu verzeichnen.Im gesamten südlichen Afrika ist die Lebenserwartung seit Beginn der Neunzigerjahre um durchschnittlich neun Jahre gesunken.

 
Weitere Gründe sind hohe Kindersterblichkeit, mangelnde Hygiene, Hunger, Umweltkatastrophen sowie bewaffnete Konflikte und Kriege.

Wichtig, die Bedeutung der eigenen Arbeit immer wieder mal ins richtige Verhältnis zur Realität zu setzen.......


 

Mittwoch, 15. Mai 2013

Mit der Uhr in der Hand


Vier Tage werde ich in München und Regensburg sein - im Geist begleitet von Otto Reutter gelingt es mir möglicherweise die Zeit Uhrlos entspannt zu erleben.

 

Gedicht von Otto Reutter

Wir leben in ´ner eiligen, hastigen Zeit,                                        
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,                           
der eine, der schiebt heut den andern beiseite,                               
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.                                     

Wir drängen alle vorwärts, ob Hinz oder Kunz,
sind stets außer uns, und wir kommen nie zu uns,
denn wir werden mit uns ja nur flüchtig bekannt,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Der Tag beginnt schon in eiligem Lauf,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
der Wecker, der weckt uns, wir stehen schon auf
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Schnell ziehen wir uns an, und wir schlingen unseren Schmaus,
der ist noch nicht runter, da treten wir aus
und sitzen selbst dort an der hinteren Wand
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir turnen, wir trainieren, zum Masseur gehen wir hin,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
mal sind wir zu dick, mal sind wir zu dünn,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir gehn nie, sind auf dem Laufenden stets,
wenn wir mal wen treffen, dann fragen wir: Wie gehts?
Und eh der es uns sagt, sind wir weiter gerannt,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir fahren in die Ferien und sitzen am Strand,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
erwarten die Post, den geschäftlichen Stand,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Ein Buch mal zu lesen, das wär ein Genuß-
wir lesen den Anfang und schauen nach dem Schluß,
durchblättern den Goethe, druchfliegen den Kant,
mit er Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Wir machen eine Reise im Automobil,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
wir reisen nicht mehr, wir rasen zum Ziel,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Fragt man uns; die Gegend, die war wohl sehr schön.
Dann sagen wir ja und wir haben nichts gesehen,
denn wir fuhren bloß vorbei ohne Sinn und Verstand,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Die Liebe, die Ehe betreiben wir als Sport,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
wir finden uns, verbinden uns und pflanzen uns fort,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Will sie ihn mal küssen, dann stellt er sich froh-
und denkt sich: Nun mach schon, ich muß ins Büro-
Und er drückt sie ans Herz und küßt sie galant,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

So eilen wir durchs Leben ohne Freud und Pläsier,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand,
da, plötzlich steht einer, ist mächtiger als wir,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.

Der sagt: Du brauchst nicht auf die Uhr mehr zu sehn,
denn meine geht weiter und deine bleibt stehn
und er winkt uns hinüber ins andere Land,
mit der Uhr in der Hand, mit der Uhr in der Hand.


Otto Reutter  * 1870  † 1931