Dienstag, 21. Januar 2014

So schnell kann es gehen......

Gestern war mir noch nicht klar, ob ich das Holz, welches als Kernstück der dritten Lebenszeit-Uhr vorgesehen ist, aushöhlen werde - Heute stand das weitere Vorgehen fest, nur die Frage der praktischen Umsetzung, war noch nicht geklärt.
Immerhin soll ein 60cm langes Holz mit 13cm Durchmesser in seiner Gesamtlänge 8cm weit gleichmäßig ausgehöhlt werden.

Die gemeinsamen Überlegungen im Stadtatelier reichten von Aufsägen und wieder Verleimen bis hin zu der Möglichkeit, den Stammabschnitt in einer Tischlerei maschinell bearbeiten zu lassen.


 


Ich habe mich dann dafür entschieden, meinem Grundsatz treu zu bleiben und den Stammabschnitt eigenhändig mit einfachen Mitteln zu bearbeiten. 
Für mich ist es wichtig, das Holz zu ergründen, zu begreifen, die Stärke des Materials zu spüren und meine eigenen Grenzen. Damit wähle ich bewußt nicht den einfachsten Weg.
Das kostet Schweiß und Kraft und beinhaltet das Risiko sich Schwielen und Kratzer einzuhandeln oder gar gänzlich zu scheitern, indem ich das Material zerstöre.

Das eröffnet mir die Chance neue Erfahrungen zu machen, mir Zeit mit der Arbeit zu lassen und noch einmal den Stamm zu würdigen, der im letzten Jahr noch stolz durch das Dach meines Garten-Ateliers  in den Himmel wuchs....

Die ersten elf Zentimeter sind geschafft. Die Arbeit wird schwieriger, je tiefer ich in den Stamm eindringe.  Insofern ist es wie im "richtigen Leben":   wenn ich nicht nur an der Oberfläche bleiben will, sondern mehr in die Tiefe gehe, kann es anstrengend werden -  doch die Anstrengung lohnt sich.





Sonntag, 19. Januar 2014

Lebendiges Material

Der ursprüngliche Gedanke, die dritte Lebenszeit-Uhr in Form einer Gebetsmühle zu gestalten, fasziniert mich nach wie vor.

Als erste Vorgabe verhalfen die Farben der Frau E. der dritten Lebenszeit-Uhr zu einem Arbeitstitel. 

Was es mit dieser Sammlung von Behältnissen voller Farbpigmente auf sich hat, habe ich bereits im November des letzten Jahres beschrieben.


Jetzt ging es darum eine zylindrische Form zu finden, die als  bewegliches Element im Zentrum der Lebenszeit Uhr stehen wird. Bis gestern ging ich noch davon aus, daß ich ein massives Kunststoff-Rohr verwenden werde. 
Einige Rohrabschnitte mit 20cm Durchmesser hatte ich schon vor längerer Zeit als mögliches  Arbeitsmaterial für grössere Gebetsmühlen eingelagert.
Die Idee war, die gläsernen Farbpigment-Behälter in die Oberfläche des Kunststoffzylinders einzulassen, um sie so bei jedem Berühren und Bewegen der Gebetsmühle im wahrsten Sinne des Wortes begreifen zu können.

 
Beim Arbeiten im Atelier wurde mir dann heute klar, daß nur organisches bzw. lebendiges Material für das Kernstück der Arbeit in Frage kommt. 
Damit ist der "Kunststoffrohrgedanke" endgültig verworfen. 



Im Garten lag noch der Stamm einer Tanne, die ursprünglich in meinem Gartenatelier wuchs und durch das Dach in den Himmel ragte..... bis der Baum krank wurde und gefällt werden musste.
Also habe ich heute einen 60cm langen Abschnitt herausgesägt, die Rinde abgeschält, die Oberfläche gereinigt. 
Das Holz hat einen Durchmesser von      13 cm, stark genug um es weiter zu bearbeiten.

Möglicherweise werde ich das Holz aushöhlen um im Inneren Raum für die Farben der Frau E. zu schaffen. Wie auch schon bei der zweiten Lebenszeit-Uhr wird es hier nicht um das vordergründig sichtbare gehen.
Ich werde mich vom Material leiten und inspirieren lassen. Die ersten Schritte sind gemacht.