Montag, 1. September 2014

Was lange währt.....

Angeregt durch Fragen einiger Stadtatelier Besucher, denke ich, dass es an der Zeit ist über den aktuellen Stand meiner Arbeit an der Lebenszeit-Uhr 3 zu berichten.


Noch einmal zur Erinnerung: Schon im November letzten Jahres beschrieb ich wie es zu dem Arbeitstitel " Die Farben der Frau E." kam:
Während meiner Zeit in der Bilderwerkstatt Garding besuchte mich regelmäßig der Vermieter der Räume, der gleichzeitig in einem Seniorenheim in Garding arbeitete.                 Unter anderem erzählte er von einer Heimbewohnerin, einer Frau E., die auch Malerin sei, aber wegen ihrer Gebrechlichkeit nicht mehr malen könnte... 
Eines Tages kam er mit einem Karton voller Fläschchen und kleiner Dosen mit Farbpigmenten - alles fein beschriftet und geordnet von besagter Frau E., die nun ins Pflegeheim verlegt wurde. Zuletzt hatte sie sich offenbar mit Porzellanmalerei befasst. "Die Frau kann es nicht mehr gebrauchen, wäre doch zu schade die Sachen einfach in die Mülltonne zu werfen. Vielleicht können sie etwas damit anfangen..."
So kam ich nun zu den Farbbehältnissen einer ehemals malenden Frau, die ich noch nicht einmal kannte.                                                                                                                 
Malmittel, Farbpigmente, die in Glasröhrchen, kleinen Flaschen und Pillendosen, sorgsam geordnet, beschriftet, gehütet und aufbewahrt - bis die Zeit kam, daß Andere über die Frau und die ihr einst wichtigen Dinge entschieden.  

Jetzt werde ich Zeit mit diesen Dingen verbringen, etwas damit anfangen, sie in der dritten Lebenszeit-Uhr verarbeiten in Form einer Gebetsmühle....


In einem ersten Schritt bearbeitete ich das Teilstück eines Baumstammes um einen zylindrischen Hohlkörper für die Aufnahme der Farben zu schaffen. Damit war ich im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Holzweg. Der Hohlkörper der sich später samt Farbbehältern gebetsmühlenartig drehen sollte war fertig, aber ich war blockiert, konnte nicht sehen wie es weiter gehen soll.
Ich konnte die erste Idee verwerfen, die Arbeit erst einmal ruhen lassen, dann war mir klar, daß die Farben doch sichtbar sein sollten. 
Der Drehkörper besteht jetzt aus einem Glaszylinder in dem die Farben sichtbar sind. Innerhalb des Zylinders befinden sich oben und unten je eine verchromte Halbkugel, die eine Verbindung des Inneren mit dem Äußeren herstellen.
Den Abschluss bilden dunkle Holzscheiben, im Zentrum eine Metallwelle die später die Drehbewegung ermöglicht.

Die Grundform der drehbaren Trommel ist gefunden, es wird noch einzelne Veränderungen, wie Bleieinfassung, eventuell Beschriftungen geben.
Als nächster und letzter Schritt wird ein größeres Objekt (Säule, Stele oder Rahmen) als senkrechter Träger für die Gebetsmühle entstehen.

Was lange währt wird endlich gut.... na schaun wir mal.